Seitenkonzept Band 1
Löwenherz
und die zwei Fellwölkchen

Alter: 3–5 Jahre
12 Doppelseiten
Ton: Kurze, rhythmische Prosa – warm, humorvoll, bildstark
Doppelseite 1: Der Name
Visuell
Löwenherz sitzt mit seinem Kuschellöwen in der Wohnung. Warmes Licht, großes Sofa aus Kinderperspektive. Mama ist nah, aber nicht dominant: Hand, Knie, Stimme. Der Fokus liegt auf Löwenherz und dem Kuschellöwen.
Dramaturgische Funktion
Die Geschichte beginnt mit Löwenherz' innerem Kern. Sein Name wird zur emotionalen Grundlage der Reihe: großes Herz, leiser Mut, Offenheit für andere Lebewesen.
Doppelseite 2: Das innere Bild
Visuell
Löwenherz ist allein mit dem Kuschellöwen. Vielleicht richtet er sich ein wenig auf, Brust raus, ganz versunken in seine Vorstellung. Ein weicher Löwenschatten an der Wand ist denkbar – aber nur als kindliche Fantasie, nicht als Fantasy-Effekt.
Dramaturgische Funktion
Aus Mamas Erklärung wird Löwenherz' Selbstbild. Diese Seite macht ihn zur Figur: Er übernimmt den Namen innerlich und fühlt, was er bedeuten könnte.
Doppelseite 3: Der Wunsch nach einem echten Löwen
Visuell
Löwenherz ist ganz groß in seinem Wunsch. Er steht vielleicht auf dem Sofa oder Teppich, hält den Kuschellöwen hoch, die Arme in Bewegung. Im Hintergrund kann seine Löwenfantasie dezent sichtbar werden.
Dramaturgische Funktion
Der Wunsch entsteht logisch aus seinem Namen. Er ist groß, unvernünftig und absolut kindlich. Damit setzt die eigentliche Handlung ein.
Doppelseite 4: Die Grenze und die Möglichkeit
Visuell
Mama und Löwenherz im Gespräch. Löwenherz hoffnungsvoll, Mama realistisch und warm. Der Kuschellöwe bleibt als Bindeglied sichtbar.
Dramaturgische Funktion
Der unmögliche Wunsch wird in eine mögliche Form übersetzt. Wichtig: Die Eltern erfüllen den Wunsch nicht sofort, sondern setzen eine Grenze und lassen Zeit entstehen.
Doppelseite 5: Das Warten
Visuell
Vier kleine Szenen über Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In jeder Szene ist Löwenherz mit seinem Wunsch verbunden. Die Sommer-Szene mit dem Wasserschlecken ist der humorvolle Mittelpunkt.
Dramaturgische Funktion
Diese Seite zeigt: Der Wunsch ist keine Laune. Er bleibt. Gleichzeitig bringt die Seite Humor, Körperlichkeit und Wiederholung hinein.
🌸 Frühling
„Katzen, Mama?"
☀️ Sommer
„Nauuuu." Wasser schlecken
🍂 Herbst
Weiter warten
❄️ Winter
„Vielleicht bald."
Doppelseite 6: Zwei Katzen
Visuell
Die Szene spielt unterwegs – auf einer Bank am Spielplatz oder auf dem Heimweg. Mama zeigt Löwenherz ein Bild von zwei weißen Katzen. Mya ist schon weiter vorne, neugierig und offen; Amy sitzt etwas weiter hinten und schaut vorsichtiger. Löwenherz rückt ganz nah an Mama heran und schaut mit großen, ungläubigen Augen auf das Bild.
Dramaturgische Funktion
Der Wunsch bekommt eine reale Form. Die Katzen erscheinen als zwei Wesen, die ein Zuhause brauchen – das verbindet sich direkt mit Löwenherz' großem Herzen und bereitet die spätere Spannung vor: Er möchte sie aufnehmen, aber sie gehören nicht einfach automatisch ihm.
Doppelseite 7: Alles wird vorbereitet
Visuell
Löwenherz trägt einen Wassernapf durch die Wohnung, sichtbar aufgeregt, hibbelig und voller Vorfreude. Dabei schwappt etwas Wasser über den Rand. Im Raum sieht man schon die vorbereitete Katzendecke, zwei Näpfe und den Platz beim Sofa.
Dramaturgische Funktion
Aus dem Wunsch wird Handlung. Löwenherz bereitet sich vor, und die Wohnung wird zur Bühne des Bandes. Die Spannung steigt: Gleich kommen die Katzen wirklich.
Doppelseite 8: Mya kommt sofort
Visuell
Die Transportbox steht im Wohnzimmer. Mya ist schon draußen und in Bewegung: schmal, weiß, lebendig, with vorgestreckter Nase. Sie schnuppert sich durch den Raum – erst am Sofa vorbei, dann am Kuschellöwen, schließlich direkt an Löwenherz' Hand. Amy bleibt noch in der Box, nur teilweise sichtbar: ein rundlicher weißer Körper im Schatten, vielleicht mit goldenen Augen.
Dramaturgische Funktion
Mya erfüllt Löwenherz' Wunsch nach unmittelbarer Nähe fast sofort. Die beiden Fellwölkchen kommen gemeinsam an – aber völlig unterschiedlich in der Welt.
Doppelseite 9: Amy unter der Couch
Visuell
Amy als weißer Blitz oder Schatten auf dem Weg unter die Couch. Mya steht schon neugierig im Zimmer. Löwenherz schaut Amy überrascht hinterher.
Dramaturgische Funktion
Hier kommt der erste kleine Bruch: Mya ist sofort da, Amy sofort weg. Löwenherz merkt zum ersten Mal, dass seine beiden Fellwölkchen nicht gleich sind.
Doppelseite 10: Wenn Löwenherz nicht hinsieht
Visuell
Ein genialer Perspektiven-Wechsel. Der Blick durch den vertikalen Türspalt rahmt das Bild ein: Links und rechts sieht man den dunkleren Türrahmen, an dem sich Löwenherz' Gesicht im Profil vorbeischiebt – ein Auge ganz groß und voller Staunen. Im hellen Wohnzimmer dahinter tobt die absolute Action: Mya und Amy wirbeln als dynamische, fast fliegende weiße Fellknäuel im Kreis. Ein Kissen fliegt halb vom Sofa, ein Spielzeugauto kippt um.
Dramaturgische Funktion
Amy wird nicht auf Angst reduziert. Sie hat Energie, Spiel und Eigenleben. Der Moment wird für das Kind vor dem Buch zu einem exklusiven, lustigen Geheimnis.
Doppelseite 11: Das Schlüsselbild
Visuell
Das zentrale Bild des Bandes: Löwenherz liegt lang ausgestreckt vor der Couch, dicht am Boden, auf Augenhöhe mit Amy. Unter der Couch leuchten Amys goldene Augen aus dem Schatten. Mya liegt warm und weich auf seinem Rücken oder an seiner Seite, als wäre das der natürlichste Platz der Welt. Das Bild soll ruhig sein, fast still.
Dramaturgische Funktion
Hier verdichtet sich der ganze Band in einem einzigen Bild: Nähe und Abstand gleichzeitig. Mya ist schon da. Amy ist noch vorsichtig. Löwenherz hält beides aus.
Das ist der visuelle und emotionale Kern des Bandes.
Doppelseite 12: Noch kein Happy-End
Visuell
Warme Abendstimmung im Kinderzimmer. Löwenherz sitzt im Schneidersitz auf dem Boden, die Katzenangel in der Hand. Mya springt lebendig und nah durch den Vordergrund. Im Türrahmen steht Amy: halb im Flur, halb im Zimmerlicht. Man sieht ihre kleine weiße Pfote, ein rosa Ohr, ihr halbes Katzengesicht und die goldenen Augen.
Dramaturgische Funktion
Das Buch endet nicht mit Lösung, sondern mit einem ersten Zeichen. Amy wird nicht plötzlich zutraulich. Aber sie ist da. Nicht unter der Couch, sondern am Rand seiner Welt. Das ist noch kein Happy End. Aber ein Anfang.
Gesamtbogen in einem Satz
Löwenherz wünscht sich einen echten Löwen. Stattdessen bekommt er zwei weiße Katzen, die noch kein Zuhause haben. Mya ist sofort da. Amy verschwindet unter der Couch. Und Löwenherz merkt: Ein großes Herz zu haben heißt manchmal, einfach zu warten.
Manuskript Band 1
Doppelseite 1
Eines Tages fragt Löwenherz:
„Warum heiße ich Löwenherz?"

Mama holt seinen Kuschellöwen.

„Weil dein Herz so groß ist", sagt sie.
„Für Menschen. Für Tiere. Für Blumen.
Und den Mond sowieso."

„Und für Eis", ruft Papa aus dem Nebenraum.

„Und weil du dich traust."
Manuskript Band 1
Doppelseite 2
Löwenherz denkt nach.
Menschen. Tiere. Blumen. Der Mond.
Das passt alles in ein Löwenherz.

Und vielleicht: ROOAR!

Traut sich ein Löwenherz auch.
Mal ein bisschen.
Manchmal sehr.

Löwenherz nickt.

Ja. Das ist er.
Manuskript Band 1
Doppelseite 3
Von da an will Löwenherz einen Löwen.
Unbedingt.

„Löwe haben.
Kuschellöwe nein, nein.
Echten Löwen."

Einen zum Streicheln.
Einen zum Spielen.
Einen, der beschützt.
Manuskript Band 1
Doppelseite 4
„Ein echter Löwe", sagt Mama,
„ist wild."

Löwenherz nickt.
Er weiß das.

„Vielleicht können wir
ein Zuhause sein."

„Für einen Löwen?"

„Für zwei Katzen.
Damit keine allein ist."

Zwei Katzen.
Oh ja.
Manuskript Band 1
Doppelseite 5
Löwenherz wartet.
Lange.

Im Frühling fragt er:
„Katze, Mama?"

Im Sommer macht er:
„Nauuuu."
Und schleckt Wasser
aus dem Becher.

Im Herbst wartet er weiter.

Im Winter auch.

„Noch nicht", sagt Mama.
„Vielleicht bald."
Manuskript Band 1
Doppelseite 6
Eines Tages zeigt Mama
Löwenherz ein Bild.

Zwei weiße Katzen.
Mya. Und Amy.

„Sie haben noch kein Zuhause",
sagt Mama.

Löwenherz schaut lange hin.
Zwei Katzen.
Zwei Fellwölkchen.

„Nach Hause holen?" fragt Löwenherz.

„Vielleicht."
Manuskript Band 1
Doppelseite 7
Endlich.
Gleich kommen Mya und Amy.

Löwenherz trägt den Wassernapf.
Ganz alleine.
Plitsch.

„Ups", lacht Löwenherz.
„Alles nass, Mama!"
Manuskript Band 1
Doppelseite 8
Da ist die Box.
Riesig.

Die kleine Tür geht auf.

Mya kommt sofort.
Sie schnuppert.
Sie stupst.
Sie gibt Löwenherz
eine kleine Kopfnuss.

Als wäre sie
schon immer hier gewesen.
Manuskript Band 1
Doppelseite 9
Und Amy?

Plötzlich schießt sie heraus.
Wie ein weißer Blitz.
Flitz!

Einmal durchs ganze Zimmer.

„Amy auch?"

Unter dem Sofa
blitzen zwei goldene Augen.
Manuskript Band 1
Doppelseite 10
Löwenherz wartet
hinter der Tür.
Ganz still.

Und da: WUSCH!

Zwei weiße Fellwölkchen
sausen los.

Um das Sofa.
Über die Decke.
Immer wieder im Kreis.

Löwenherz lacht
und rennt los.
„Ich auch!"

Amy ist weg.
Mya sitzt da.
Ganz unschuldig.
Manuskript Band 1
Doppelseite 11
Mya ist warm.
Mya ist weich.
Mya ist ganz nah.

Unter dem Sofa
raschelt es leise.

„Amy auch?"
flüstert Löwenherz.
Manuskript Band 1
Doppelseite 12
Am Abend
hüpft die Angel.

Mya springt.
Löwenherz lacht.

Da raschelt es
hinter dem Kissen.

Eine kleine weiße Pfote.
Ein kleines rosa Ohr.
Ein halbes Katzengesicht.

Die Angel hüpft
nur noch ein bisschen.

„Hallo, Amy", flüstert Löwenherz.

zum Reihenkonzept von Löwenherz hier entlang

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